Umgehungsstrasse
Es braucht eine umfassende Gesamtverkehrsplanung für die Gemeinde Kehlen sowie den süd-westlichen Teil Luxemburg’s, denn eine punktuelle Verkehrsberuhigung auf einzelnen Straßen verlagert das Problem lediglich auf andere Trassen, die bislang vielleicht noch ruhig nicht betroffen waren. Der zahlenmäßig sehr hohe motorisierte Durchgangsverkehr muss daher unbedingt aus den Dörfern ferngehalten werden.
Wir sind uns bewusst, dass eine Umgehungsstraße auch Auswirkungen auf die Natur hat, und es ist bedauerlich, dass hier Naturflächen zerstört werden müssen. Dennoch wird uns
auch immer wieder deutlich gemacht, dass es keine wirkliche Alternative gibt – abgesehen von einem „Nichtstun“, das alles so belassen würde, wie es derzeit ist. Doch dieses „Nichtstun“ verbessert weder die Lebensqualität noch die Sicherheit in den Dörfern.
Die langfristigen Folgen des Nicht-Handelns sind bereits heute spürbar und machen es zu einer untragbaren Option. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, eine Lösung zu finden, die sowohl die Bedürfnisse der Bevölkerung als auch den Schutz der Natur berücksichtigt.
Allerdings fällt die Entscheidung über die Umgehungsstraße in den Aufgabenbereich höherer Instanzen, wie Ministerien und Straßenbauverwaltung. Unser Mitspracherecht ist in diesem Prozess leider begrenzt, dennoch möchten wir betonen, dass es sehr wünschenswert wäre, die Meinungen der Bürger stärker einzubeziehen – zum Beispiel durch Bürgerinitiativen, die als wichtige Stimme in dieser Diskussion gehört werden sollten.


Die bisherigen Schritte in Richtung Umgehungsstraße (seit 2023):
2023 – Februar:
Teilnahme an einer Bürgerversammlung zum Thema Verkehrsberuhigung und Umgehungsstrasse in Anwesenheit von Vertretern des Mobilitätsministerium und der Strassenbauverwaltung. Argumentationshilfe für die Gemeindeverwaltung wurde von uns ausgearbeitet.
2023 – Mai:
Forderungskatalog an die im Gemeinderat vertretenen Parteien im Rahmen der Gemeindewahlen.
2023 – Mai:
Brief an den damaligen Minister François Bausch (Minister für Mobilität) mit einer detaillierten Beschreibung der Verkehrsproblematik in der Gemeinde Kehlen. In Text, Bild und Video wurde die Verkehrslage in den betroffenen Dörfern geschildert, die seit Jahrzehnten besteht.
2023 – Juni:
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Wir erhielten eine schriftliche Stellungnahme von Minister François Bausch. Der Herr Minister zeigte vollstes Verständnis für den Frust der Einwohner an der betroffenen Hauptstrasse. Er hat deshalb sein Team gebeten die Akte «Umgehungsstrasse» erneut zu analysieren und entsprechende Optionen auszuarbeiten. Zusätzlich wurde uns eine ranghohe ministerielle Referenzperson zugeteilt, die uns auf weitere Fragen antworten und begleiten soll.
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Presseartikel Wort
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Presseartikel in Reporter.lu
2023 – Juli-November:
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Auswertung der Daten die durch die von Ponts & Chaussées permanent installierten digitalen Zählern (seit 2020) entlang des CR102 zu Stande kommen. Dies erlaubt uns das Problem zahlenmäßig zu erfassen und dementsprechend stärker zu argumentieren.
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Ausarbeitung eines Forderungskatalogs im Rahmen der Gemeindewahlen.
2023 – Dezember:
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Brief an Herrn Fox (Direktor von der Strassenverwaltung), Betreff Sicherheit auf und neben unseren Hauptstrassen in der Gemeinde Kehlen (Schöffenrat in Kopie, sowie Präsident der Mobilitätskommission Kehlen und dem Techniker Büro der Gemeinde Kehlen). Bericht mit detaillierten Fotos war beigelegt.
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Leserbrief Marc Picard
2024 – Februar–März:
Kontaktaufnahme mit Ministerin Yuriko Backes. Schilderung der Problematik in Text, Bild und Video.
2024 – März–November:
regelmässiges Nachhaken wo genau wir uns im Bearbeitungsprozess befinden.
2024 – 6. November:
Präsentation der bisherigen Arbeiten zur Umgehungsstrasse seitens
Ministerium und Ponts & Chaussées vor dem Schöffenrat und dem Bürgermeister der Gemeinde Kehlen.
Die Gemeinde Kehlen hat den Auftrag bekommen Argumente auszuarbeiten, welche Optionen zur Umgehungsstrasse als geeignet seien und welche nicht.
2025 – Ende Juli:
Eine detaillierte Studie von Schroeder & Associées mit Pro-und Kontra Argumenten zu einzelnen Umgehungs-Optionen wurde bei den höheren Instanzen eingereicht.
Historie - vor 2023
Im Laufe der Jahre ist der PKW- und LKW-Verkehr stetig angestiegen, was auch durch die Messungen der Straßenbauverwaltung belegt wird. Der Grund für diesen Anstieg ist schon lange bekannt: das Fehlen einer transversalen Verkehrsverbindung zwischen der A7 und der A6 und die fehlende Schliessung des Autobahnrings von Luxemburg-Stadt. Hinzu kommt, dass sich immer mehr Betriebe in den Industriezonen von Kehlen und Umgebung ansiedeln, was zu zusätzlichem Verkehr führt. Auch im nördlichen Bereich wachsen diese Zonen rasant und müssen ebenfalls beliefert werden.
Der stetig wachsende Verkehr quält sich aufgrund fehlender, nachhaltiger Standortplanungen und der jahrelangen Untätigkeit der zuständigen Behörden durch die betroffenen Ortschaften.
Bereits Anfang der 2000er Jahre wurden von der Straßenbauverwaltung Lösungen wie Umgehungsstraßen für Kehlen und Keispelt ausgearbeitet, die jedoch immer wieder in den Schubladen verschwanden – vermutlich aus politischen Gründen.
Es war zudem bekannt, dass der Verkehr durch die Gemeinde Kehlen nach der Eröffnung der Nordautobahn A7 massiv zunehmen würde. Aus diesem Grund wurde von der Strassenbauverwaltung das Projekt „Route 2020“ entwickelt, das eine Umgehungsstraße vorsah. Die Arbeiten wurden auch in Angriff genommen, etwa durch den Bau des Mamer Kreisverkehrs, der Errichtung einer neuen Brücke über die A6 und der Erneuerung der Straße in Richtung „Kazefiels“. Doch mit dem Regierungswechsel landete das Projekt 2013 schließlich wieder in der Schublade.
